Welcome back am 4.9.2025 im Balletthaus

Mit Hilfe der Götter

Was gibt es Schöneres, als nach sechs langen Wochen der wohlverdienten Sommerpause endlich wieder im Balletthaus sein zu dürfen, um die neuen Mitglieder mit einem herzlichen Welcome und die Company und das künstlerische Team mit einem nicht minder herzlichen Welcome back zu begrüßen?
Gerade angekommen, stellten sich Milivoje Andrejević, kurz Mili, und Lauren Alving den Ballettfreunden vor. Zu Ihnen gesellte sich Cäcilia Brenninkmeyer,die zurück aus der Elternzeit das künstlerische Team wieder verstärkt. Sie tritt die Nachfolge von Michael Foster an, der als Tanzpädagoge an das Gymnasium Essen-Werden wechselte. Sie wird also zukünftig für „TanzMit“ verantwortlich zeichnen.

v.ln.r: Juliane Schunke, Cäcilia Brenninkmeyer, Milivoje Andrejević, Lauren Alving, Julia Schinke

Julia Schinke und Juliane Schunke eröffneten in bewährt schwungvoller Art den Abend und in knappen 30 Minuten gelang es Ihnen viel Interessantes aus Lauren ,Mili und Cäcilia in Erfahrung zu bringen. Den gebürtigen Belgrader Milivoje zog es bereits mit 13 Jahren an die renommierte John Cranko-Schule nach Stuttgart. Seinen Abschluss machte er in München an der Hochschule für Musik und Theater. Sein erstes Engagement führte ihn in die Junior-Compagnie des Ballett Dortmund, wo er nicht nur viel Bühnenerfahrung sammelte, sondern mit seinem erworbenen Profil auch hervorragend in das Ballett am Rhein passt. Er hat also sehr viel „Deutschland-Erfahrung“ und so ist es nicht verwunderlich, dass er das Gespräch vorwiegend auf deutsch führte.
Lauren stammt ursprünglich aus Seattle, Washington, und begann ihre Ausbildung an der Academy of Dance Arts in Illinois. Im Jahr 2020 wagte sie den Sprung nach Europa und setzte ihre professionelle Ausbildung an der Dutch National Ballet Academy in Amsterdam fort, wo sie auch ihren Abschluss machte. Nach einem Praktikum beim Dutch National Ballet war sie von 2022 bis 2024 Mitglied des Junior Ballet Antwerp. Im Jahr 2024 ging Lauren dann an die Semperoper in Dresden, da sie das Ballettstipendium der Stiftung Semperoper erhalten hatte. Und nun wird sie für das Ballett am Rhein tanzen.
Beide Tänzer sind sich einig, dass sie es in Düsseldorf gut angetroffen haben. Mili ist sogar davon überzeugt, dass Düsseldorf das Potenzial hat, seine Lieblingsstadt zu werden. Sie freuen sich sehr, hier im Ballett am Rhein weitere Erfahrungen zu sammeln und sich auf die unterschiedlichsten Tanzstile einzulassen.Erfahrungen haben sie darin, denn sie haben bereits Dawson , Pite, Goecke und Maillot getanzt , um nur einige zu nennen. Irgendwann kann sich Mili vorstellen, auch einmal den Onegin zu tanzen, befindet aber, dass er dafür noch zu jung sei. Lauren hat (noch) keine Traumrolle, sie liebt den zeitgenössischen Tanz, findet sich aber auch im klassischen Tanz wieder. Ihr Ziel ist es, im Laufe ihrer Tänzerinnenkarriere möglichst viel zu entdecken und zu lernen. Sie ist da ganz offen.
Cäcilia freut sich nach längerer Elternzeit endlich wieder im Balletthaus arbeiten zu können. Sie genießt es, vertraute Gesichter wieder zu sehen und neue Kollegen kennenzulernen. Ihre Vision für TanzMit? Für sie bleibt bei der Vermittlungsarbeit der Satz „Jeder kann tanzen“ prägend. Aber Organisation ist sehr wichtig, deshalb freut sie sich auf die Organisationsarbeit, um den großen Betrieb, der nötig ist, um etwas auf die Bühne zu bringen,sicht- und erfahrbar zu machen. Den Blick zu öffnen für das große System ist ihr besonderes Anliegen.

Kommen wir zum Schluss der Vorstellungsrunde. Das Lieblingswort im Deutschen gilt es zu benennen und die Lieblingspose zu zeigen.
Cäcilia macht Anleihen in ihrer bayrischen Heimat und nennt den Oachkatzelschwof (hoffentlich richtig transkribiert), auf hochdeutsch : der Schwanz des Eichhörnchens.
Mili nennt sein erstes deutsches Wort Schmetterling -wo hat er deutsch gelernt? – und Lauren steuert das nicht übersetzbare deutsche gemütlich hinzu. Lieblingspose, Entgegennahme der Begrüßungsrosen und schon geht es in die erste Arbeitsprobe der Spielzeit.

Unsere Chefchoreographin Bridget Breiner erklärte, wie sie die Ferien genutzt habe: Sie habe sich Gedanken darüber gemacht, wie man Daphnis und Chloé (noch) besser auf die Sprünge helfen könne, ein richtiges Liebespaar zu werden. Sie wissen, das junge Paar liebt sich, weiß aber nicht wie es geht. Da muss also nun der halbe Olymp helfen.
Und diese Szene wurde neu einstudiert, denn wie Bridget ausführt „Premiere ist Premiere“, aber man ändere doch immer wieder etwas, da man mit dem zeitlichen Abstand die Dinge anders sähe.
Und dann heißt es an die Götter „Masken auf“ und es ergeht die sehr spezielle Aufforderung an Olgert „Eros komm her“! Die erste Arbeitsprobe der neuen Spielzeit hat begonnen.

Im Anschluss gab es zum Einstieg in die neue Saison einen sommerlichen Umtrunk mit Ballettfreunden und Company. Es gab wieder reichlich Gelegenheit sich auszutauschen und anzustoßen. Ach ja, zu Essen gab es diesmal auch, ebenfalls reichlich …
Und so klang dieser erste vielseitige Abend, man hätte auch drei Veranstaltungen daraus machen können, fröhlich und zufrieden gegen halb 11 Uhr aus.

Organisatorinnen Liz Verhoeven und Renate Raeune

Es gab viel Dank an die Organisatorinnen des Abends und von diesen wiederum Dank an alle spülenden und abtrocknenden Hände.

Text: Renate Raeune, Fotos: Renate Weber-Zangrandi