Ostern mal wie ein Tänzer frühstücken.

Yoavs Babka Kuchen

Yoav erwähnte in dem Gespräch, das wir im April letzten Jahres mit ihm führten, dass er gerne kocht (siehe „Homeoffice für TänzerInnen“ Folge 8). Er schickte uns das Foto eines Kuchens, den er besonders gerne backt. Es handelt sich um einen Babka-Kuchen, einen süßen Hefezopf. In Osteuropa gehört der Babka traditionell zum Frühstück am Ostersonntag.

„Babka“ bedeutet auf Polnisch „Großmutter“, aber auch „Napfkuchen“. Es gibt unzählige Variationen von Babka-Rezepten. Eine Version basiert auf der Tradition der jüdischen Bevölkerung in Osteuropa und wurde aufgrund der Emigration vieler Juden während der Zeit des Dritten Reichs und des 2. Weltkriegs auch an der Ostküste der USA und in Kanada populär.

Yoav hat uns sein Rezept zur Verfügung gestellt. Wir haben es aus dem Englischen übersetzt, aber noch nicht selbst ausprobiert. Sollte also irgendetwas nicht klappen, liegt es an der Übersetzung, nicht an Yoav.

Yoav hat noch darauf aufmerksam gemacht, dass an Passover (Pessach auf Hebräisch) gläubige Juden keine Produkte aus Weizen, Roggen, Gerste und Hafer essen dürfen, die mit einem Säuerungs- oder Triebmittel in Kontakt gekommen sind (sog. Chamez). Erlaubt sind nur koshere Produkte, die Mazza, Matzo oder Matze genannt werden, also ungesäuertes Brot, dessen Backprozess maximal 18 Minuten dauern darf. Für all diejenigen also, die sich kosher ernähren, ist der Babka-Kuchen an Ostern tabu. Sie müssen warten, bis das 7tägige Pessach-Fest am 4. April 2021 vorüber ist.

Yoavs Babka Kuchen

Zutaten

Für den Teig:
530g Mehl (plus zusätzliches Mehl zum Bestäuben der Arbeitsfläche)
100g Zucker
1 Esslöffel Trockenhefe
3 große Eier
120ml Wasser
¾ Teelöffel feines Meersalz
150g ungesalzene Butter (bei Raumtemperatur in kleine Stücke schneiden)
Geschmacksneutrales Öl (Sonnenblumen- oder Rapsöl) für das Einfetten

Für die Schokoladenfüllung:
50g Puderzucker
30g Kakaopulver
130g dunkle Schokolade (geschmolzen)
120g ungesalzene Butter (geschmolzen)
120g Schokoladensplitter oder 100g grob gehackte Pecannüsse

Für den Zuckerguss:
120ml Wasser
100g Puderzucker

Zubereitung

  1. Zubereitung des Teigs: Mehl, Sugar und Trockenhefe in einer Schüssel vermischen. Die Eier und Wasser hinzugeben und 2 bis 3 Minuten verquirlen. Salz und Butter hinzufügen und die Masse ca. 10 Minuten zu einem geschmeidigen und glatten Teig verkneten.
  2. Den Teig in eine mit Öl eingefettete Schüssel füllen, abdecken und für mindestens einen halben Tag, besser einen ganzen Tag oder über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.
  3. Zwei 1kg-Kastenformen mit Öl einfetten, den Boden der Formen mit Backpapier auslegen. Den Teig halbieren. Eine Hälfte abgedeckt im Kühlschrank belassen.
  4. Zubereitung der Füllung: Puderzucker, Kakaopulver, Schokolade und Butter verquirlen, bis eine streichfähige Paste entsteht.
  5. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen zu einem Rechteck von 38x28cm. Den Teig so legen, dass die lange Seite zu dir gerichtet ist. Die Hälfte der Schokoladenpaste gleichmäßig über den Teig verstreichen, aber jeweils einen Rand von ca. 2cm frei lassen. Die Hälfte der Schokoladensplitter (oder der gehackten Nüsse) auf der Schokoladenpaste verteilen.
  6. Den Teig formen: Mit beiden Händen den Teig von der schmalen Seite her eng und gleichmäßig aufrollen. Die Enden der Rolle mit festem Druck verschließen und die Rolle mit beiden Händen in eine gleichmäßige Form (wie eine Zigarre) pressen.
  7. An den beiden Enden der Rolle ca. 2cm vom Rand abschneiden. Dann die Rolle längs halbieren. Die Teigenden nehmen und die beiden Stränge vorsichtig miteinander verwirbeln, wobei die Schnittflächen nach oben zeigen sollen. Die so verschlungene Teigrolle in die Kastenform geben und abgedeckt für etwa 1 bis 11/2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen.
    Die im Kühlschrank verbliebene zweite Hälfte des Teigs ebenso zubereiten.
  8. Den Backofen auf 190 Grad vorheizen. Die beiden Formen etwa 25 bis 30 Minuten backen. Sollte der Zopf zu dunkel werden, die Oberfläche mit Alufolie abdecken.
  9. Während der Backzeit den Zuckerguss anmachen. In einem kleinen Topf Wasser und Zucker aufkochen. Wenn der Zucker aufgelöst ist, abkühlen lassen. Sobald die Kuchen aus dem Ofen kommen, den gesamten Zuckerguss darauf verstreichen. Die Kuchen etwas abkühlen lassen, dann noch warm aus den Formen nehmen und weiter auskühlen lassen.
  10. Die Babka-Kuchen bleiben 24 Stunden frisch, wenn man sie bei Raumtemperatur luftdicht aufbewahrt. Nicht im Kühlschrank lagern.
  11. Die Kuchen lassen sich auch einfrieren und für etwa zwei Monate im Tiefkühlfach lagern. Über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen.

Viel Spaß, guten Appetit und Frohe Ostern.

Text: Axel Weiss; Fotos: Privat